9. Kostprobe: Das NLP Practitioner-Lehrbuch

Wir präsentieren Ihnen einige Leseproben

on 19. Juli 2016 Literatur with 0 comments

Beginn der 9. Leseprobe

Das Six-Step-Reframing in unserer Weiterentwicklung

In unserer Arbeit mit dem Six-Step-Reframe haben wir immer wieder festgestellt, dass es Klienten oder Seminarteilnehmern nicht gelang, anhand der klassischen Anleitung innere „Teile“ zu identifizieren. Reichte die Vorstellungskraft dafür, so hieß das aber lange noch nicht, dass auch eine Kommunikation mit den Teilen gelang.

Nach unserer Erfahrung denkt das Unbewusste in Bildern und kann mit abstrakten Begriffen („Teil“) kaum arbeiten. Wenn ein Mensch mit dem Begriff „Teil“ dennoch etwas anfangen kann, dann besteht aus unserer Sicht die Gefahr, dass er nur kognitiv arbeitet. Dann aber kann der Six Step nicht funktionieren – er spricht nicht den bewussten Verstand, sondern die ganz eigene Logik unseres Unbewussten an. Er will subjektives Erleben verändern, nicht logisch-objektives. Dies gelingt besser mit Bildern und Geschichten.

Bei unserer Weiterentwicklung des Six-Step-Reframes haben wir daher Anleihen bei den Schamanen genommen. Dabei wird die Arbeit in Trance in einer im Schamanismus sogenannten Nichtalltäglichen Wirklichkeit durchgeführt, die in unserem Fall die Insel des SEINS ist.
(Folgt die Anleitung für den Six-Step-Reframe, die auf den vorangegangenen Seiten klassisch und nun in unserer Weiterentwicklung dargeboten wird.)

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Unsere Experimente mit dem Verhandlungs-Reframe führten zu einer Kombination mit Elementen der systemischen Strukturaufstellung, des Improvisationstheaters und den Archetypen.

Exkurs

Was sind Archetypen?

Als Archetypen bezeichnete der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (* 1875, † 1961) die im kollektiven Unbewussten angesiedelten Urbilder menschlicher Vorstellungsmuster. Vor allem bei elementaren Erfahrungen wie Geburt, Ehe, Mutterschaft, Trennung oder Tod verankern sich Archetypen in der Seele der Menschen. Sie werden als Metaphern erfahrbar, etwa in Träumen, Visionen, künstlerischen Werken, Märchen und Mythen. Zu den Archetypen gehören zum Beispiel der alte Mann, der Ritter, der Magier, der Priester, der Professor und andere Autoritätspersonen als Metaphern für Wissen, Weisheit und Überlegenheit. Engel und Elfen gelten als archetypische Symbole für spirituelle Werte. Zwerge stehen mitunter für Kraft und Magie, aber auch für Tücke und List. Auch Wasser kann als Archetyp dargestellt werden, etwa als Symbol für das Unbewusste. Im Spiegelbild des Wassers sieht der Mensch sein eigenes Ich und auch seinen Schatten. Seinen Schatten zu sehen kann bedeuten, sich selbst zu erkennen, einschließlich seiner Schattenseiten (Jung, 2014).

Wir nutzen in einigen unserer Weiterentwicklungen die Archetypen methodisch, unter anderem im Verhandlungs-Reframing. Dabei gibt eine Teilnehmerin ihren inneren Konflikt vor. Andere spielen ihre konkurrierenden Persönlichkeitsanteile in der Rolle von Archetypen, während die Betroffene staunend die in ihrem Inneren bisher unbewusst ablaufenden Prozesse zum ersten Mal bewusst erlebt. Wenn die Schauspieler konsequent spielen, wird es für die erkenntnissuchende Beobachterin zu einem Festspiel ihrer Seele – mal anrührend, mal lustig und immer mit großer Tiefe und Wahrheit.

(folgt die Übung, hier geben wir noch einen Ausschnitt daraus wieder):

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9. Jetzt beginnen die Teile zu streiten, wer von ihnen der Wichtigere und Nützlichere für Simone ist. Sie kämpfen praktisch um ihre Daseinsberechtigung.

In der Praxis erleben wir beim Klienten schnelle Augenbewegungen von einem zum anderen Archetypen; deshalb müssen die beiden Stellvertreter wirklich rechts und links von A sitzen. Dann führen die schnellen Augenbewegungen zu einer hypnotischen Verwirrung, welche die Wirkung auf das Unbewusste intensiviert.

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Unser Zeichner (ebenfalls im Seminar) stellt dar, wie bedrohlich unser Teilnehmer Chris einen inneren Teil erlebte: als „schleimige, klebrige, wabblige Masse“, die ihn immerzu kritisiert (O-Ton Klient). Nach der Intervention kooperiert dieses Teil als Mitglied eines inneren Teams (Illustration im Buch zum Six-Step-Reframing).

Der kreative Teil, ein Vogel, hat dem eben noch als bedrohlich empfundenen inneren Teil („Masse“) im Verlaufe des Six-Step-Reframings Vorschläge unterbreitet, mit denen dieser einverstanden ist. Ein inneres Team ist entstanden, dessen Mitglieder ihre positiven Absichten erfüllen können. Im Buch wird das hier illustrierte Vorgehen Schritt für Schritt beschrieben.

Dies war die letzte Kostprobe. Wir hoffen, Ihnen / Euch damit einige wertvolle Impulse gegeben und Lust auf das Buch gemacht zu haben. Unser „NLP Practitioner-Lehrbuch“ erscheint im Junfermann-Verlag.

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