DAK-Studie: Kinder leiden unter Stress in der

Schule – Unser Praxisbuch für Lehrer könnte helfen

on 11. September 2017 Literatur, NLP Schule with 0 comments

Nahezu jeder zweite Schüler in Deutschland leidet nach einer neuen Studie der DAK unter Stress – mit Folgen für die Gesundheit. Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen hat demnach Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchweh, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme. In unserem „NLP Praxisbuch für Lehrer“ zeigen wir Wege aus dem Schulstress.

Offenbar machen die ersten Grundschuljahre noch Spaß, doch der Stress nimmt mit den Schuljahren zu. Das geht aus dem Präventionsradar 2017 der DAK-Gesundheit hervor, der jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Viele Kinder und Jugendliche erleben Schule als Belastung. 40 Prozent der Schüler gaben in der Studie an, zu viel für die Schule machen zu müssen. Darunter leidet ihr Selbstbewusstsein, also eine wichtige Ressource, um sich zu einer starken, geradlinigen, mutigen und kreativen Persönlichkeit zu entwickeln.

Wenn Kinder und Jugendliche Schule als solche Belastung erleben, dann reicht es nicht aus, wie von der DAK gefordert, das Thema gesunde Lebensweise in die Lehrpläne aufzunehmen. Schülerinnen und Schüler brauchen darüber hinaus für effektives und gesundes Lernen: Beziehung, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Und daran fehlt es oft.

In unserem „NLP-Praxisbuch für Lehrer“ thematisieren wir genau dies: Welche Lehrerpersönlichkeit entzündet in den Schülern das Feuer, das für Lernen und Veränderung mit Spaß und Leichtigkeit erforderlich ist? Ein Ausschnitt aus Kapitel „Was hat der Lehrer mit der Schulangst seiner Schülerin zu tun?“, Seite 150 ff): Wir nennen einige Grundannahmen des NLP und reflektieren die Bedeutung für Schule und Lehrer:

In der zwischenmenschlichen Kommunikation hat die Person mit der größten Flexibilität die Kontrolle über die Interaktion.“
Die Reaktion des Empfängers ist dieser Grundannahme zufolge eine Aussage über die kommunikativen Fähigkeiten des Senders. Gerät Ihr Schüler durch Ihre Worte, Mimik oder Gestik in Stress, so resultiert das aus einem nicht ansprechenden Beziehungsangebot an ihn. Kann sein, dass Sie genau das bezwecken – zum Beispiel aufgrund einer pädagogischen Überlegung. Falls nicht, so sagt diese Grundannahme, sollten Sie Ihr Kommunikationsverhalten so lange in Frage stellen und korrigieren, bis Sie die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Als Lehrerin sind Sie also professionelle Kommunikatorin und damit verantwortlich für den Kommunikationsprozess. Ihre verbale und nonverbale Kommunikation hat immer eine Wirkung auf Ihre Schüler. Welche Wirkung das genau ist, können Sie nicht immer wissen. Was können Sie also tun?

Üben Sie sich in achtsamer Kommunikation. Reden Sie mit Ihren Schülern so respektvoll, wie Sie möchten, dass man mit Ihnen redet. Das ist schon mal unsere wichtigste Regel: Mit ihr kann es eigentlich keine Kommunikationspannen mehr geben, die bei Schülern stressauslösend wirken und zu Lernblockaden oder Schulangst führen können. Kommunizieren und handeln Sie gegenüber Ihren Schülern nur nach derjenigen Maxime, von der Sie zugleich wollen, dass sie ein allgemeines Gesetz werde (Kants kategorischer Imperativ). Das sollte für Sie auch dann gelten, wenn die Klasse sich nicht an diese Regel hält. Denn Schüler sind einstweilen noch keine professionellen Kommunikatoren.

Da auch Lehrer nur Menschen sind, ist es vielleicht trotzdem manchmal schwierig, Kants goldene Regel für ein friedliches Miteinander einzuhalten. Doch auch das ist nicht schlimm, wenn Sie sensibel wahrnehmen und reagieren. Wenn Ihr Schüler Ihnen Stresssymptome zeigt – nervöses Spielen mit den Händen, flache Atmung, Unruhe, starre Körperhaltung, Stottern, Augenflattern, Beruhigungsgesten wie sich selbst über den Nacken, die Stirn, den Oberarm oder das Kinn streicheln – dann fragen Sie ihn diskret, was los ist. Fragen Sie ganz offen und direkt, ob der Stress etwas mit Ihnen als Lehrer, mit Ihrem Fach oder mit Angst vor Versagen zu tun hat.

Wenn Sie auf diese Weise noch nicht zu aussagekräftigen Informationen kommen, forschen Sie weiter. Fragen Sie Ihre Kollegen, ob der Schüler auch in anderen Fächern diese Stresssymptome zeigt. Wenn ja, deutet das auf eine generalisierte Schul- oder Prüfungsangst hin. Wenn nicht, liegt die Vermutung nah, dass der Stress mit Ihnen oder Ihrem Fach zu tun hat. Das kann unterschiedliche Gründe haben, zum Beispiel:

  • ein in der Vergangenheit entstandener und nie gelöster Konflikt,
  • das subjektive Empfinden beim Schüler, dass Sie ihn nicht mögen,
  • Ihre pädagogische Konsequenz wird vom Schüler als bedrohliche Strenge empfunden,
  • bestimmte Gesten, Worte oder Ihre Mimik wecken in der Schülerin unbewusst Erinnerungen – vielleicht an eine bedrohliche Situation außerhalb der Schule, vielleicht an entwertende Äußerungen durch Vater oder Mutter, manchmal an eine Gewalterfahrung oder ein anderes Trauma. Das hat also mit Ihnen gar nichts zu tun. Leider haben Sie jetzt ein Problem, weil etwas in Ihrem Kommunikationsverhalten bei der Schülerin einen Anker auslöst, ohne dass das ihr oder Ihnen bewusst ist (darüber mehr im Kapitel „Pawlows Entdeckung nutzen – mit „Ankern“ arbeiten“, Seite 53),
  • oder – viel banaler: Der Schüler kommt mit Ihrem Unterrichtsstil emotional nicht klar.

Je genauer Sie erforschen, was beim Schüler Stress auslöst, desto besser können Sie Lösungswege finden. Das heißt nicht zwingend, dass Sie danach Ihr Verhalten ändern. Diese Entscheidung treffen immer noch Sie allein. Sie haben jedoch die Chance, Ihren Anteil am Problem zu erkennen und die Wahl, etwas zu verändern oder nicht. Wenn Sie Ihr Vorgehen vor sich selbst pädagogisch gut begründen können, gibt es keinen Anlass, etwas zu verändern. Eventuell können Sie der Schülerin helfen, ihre Motive zu verstehen.

Was sind denn Ihre Motive für Ihr Handeln in einer bestimmten Situation? Mit welchem Ziel, zum Beispiel, lassen Sie Tests schreiben?

  • Wollen Sie herausfinden, was die Schüler können und wie gut sie den Stoff verstanden haben?
  • Oder möchten Sie wissen, was die Schüler nicht können? Möchten Sie ihnen ihre Fehler „beweisen“?
  • Möchten Sie eher Potenzialentfaltung fördern und suchen Sie deshalb danach, was gut funktioniert?
  • Oder folgen Sie einer defizitorientierten Grundhaltung, die davon ausgeht, dass man danach suchen müsse, was nicht funktioniert?

Ob es Ihnen bewusst ist oder nicht: Diese Motive beeinflussen die Fragestellung in den Tests und die Methodik, mit der Sie testen. Schüler spüren sehr präzise, ob der Lehrer sie ihrer Fehler zu überführen sucht oder ob er sie aktiv darin unterstützt, ihr ganzes Potenzial zu entfalten. Und eben dieses Motiv kann Lernblockaden oder Schulangst begünstigen oder auflösen.

Im Kapitel „Umgang mit Schulangst und Lernblockaden“ sowie im separaten Begleitheft („NLP-Übungsheft für Lehrer“) erhalten Lehrer, Schulsozialpädagoginnen und auch Eltern Beschreibungen und Checklisten, mit denen sie schnell erkennen können, ob eine Schülerin, ein Schüler unter Stress leidet und körperlich oder psychisch gefährdet ist.
NLP kann viel dazu beitragen, die Qualität von Schule und Lernen zu erhöhen!

Und hier können Sie das „NLP-Praxisbuch für Lehrer“ bestellen.