Wenn alles in Ihnen „JA“ schreit:
Ferncoaching „Unbändige Motivation“ – Teil 2

on 8. September 2014 Ferncoaching with 1 comment

Die 5 Faktoren der Motivation

Ist Motivation ein Charakterzug? Ein genetischer Code? Nein, ob Sie motiviert oder demotiviert sind, ist Ergebnis eines Prozesses, den Sie lenken.

Ob dieser Prozess erfolgreich verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beobachten Sie doch einmal stark motivierte Menschen unter der Fragestellung, was diese von weniger motivierten unterscheidet. Dabei stoßen Sie wahrscheinlich auf folgende Phänomene:

Motivierte Menschen wissen, was sie wollen, und machen das auch deutlich. Sie können motivierte Menschen an ihrer festen Stimme und ihrer eindeutigeren Wortwahl erkennen. Die vielen „vielleichts“, „versuchen“, „man müsste“ haben Formulierungen Platz gemacht wie: „ich werde …“, „wir wollen …“, „morgen, 15.00 Uhr haben Sie die Sachen auf dem Tisch“. Den klaren Worten folgt oft eine aufrechtere Körperhaltung und ein entschlossener Gang (» siehe heutiges Selbst-Coaching, B). Kein Wunder: Diese Menschen bewegen sich, auch im übertragenen Sinne, in Richtung auf ein Ziel. Antriebsstärke ist Faktor 1 im Motivationsprozess. Und die macht sich äußerlich auch sprachlich und körperlich bemerkbar.

Motivierte Menschen verbreiten eine optimistische Stimmung: „Wir haben schon ganz andere Dinge gewuppt!“ Sie glauben an ihre Fähigkeit, Probleme, lösen zu können – und zwar nicht nur die bekannten, sondern auch völlig neuartige. Sie glauben an ihre Selbstwirksamkeit. Das ist Faktor 2. (» Lehrbrief 6: Der Glaube an sich selbst).

Faktor 3 heißt: psychologische Zeit. Entscheidungen erfolgen im Hier und Jetzt. In der Vergangenheit suchen motivierte Menschen vor allem nach positiven Referenzerfahrungen. Negative Erinnerungen dienen als Warnung, nicht als Hindernis: „Was stand uns damals im Wege, was müssen wir anders machen?“ (» Lehrbrief 8: Die Zeitperspektive erkennen).

Wer Erfolg haben will, muss klug mit Gefühlen umgehen können – seinen eigenen und denen der Mitmenschen. Die emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, geschickt mit der ganzen Skala menschlicher Gefühle umzugehen, ist Faktor 4 des Motivationsprozesses. (» Lehrbrief 7: Motivieren mit Herz und Verstand)

Faktor 5 heißt: Üben, üben, üben! Motivation fällt Ihnen nicht einfach so in den Schoss! Das Selbst-Coaching, das Sie durch jeden Lehrbrief dieses Onlineseminars begleitet, unterstützt diesen Lernprozess. Wenn Sie möchten, können Sie damit Ihre inneren Fähigkeiten und Talente entdecken und fördern. Ihre  Selbstmotivation, die stärkste Antriebskraft, kann durch das Selbst-Coaching enorm erhöht werden. Das Gegenteil davon ist die wesentlich schwächere Fremdmotivation. Die reicht aus, wenn Sie einen Job machen wollen. Wenn Sie dabei auch noch Spaß und Erfüllung suchen, hilft sie ihnen nicht weiter! (» Lehrbrief 3: Arten der Motivation)

Selbst-Coaching

A) Bilanz ziehen

Wenn Sie die 5 Faktoren der Motivation auf Ihr Leben – beruflich oder privat – übertragen:

  • Was gelingt Ihnen richtig gut?
  • Was möchten Sie grundsätzlich ändern – und wie?
  • Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesen Überlegungen?
  • Schreiben Sie ein kleines Drehbuch für die Zukunft: Was möchten Sie verändern?

Beispiel:
Antriebsstärke. „Wenn mir eine Aufgabe schwierig erscheint, schiebe ich sie gerne auf. Dafür habe ich folgende Beispiele …
Die Folgen meiner „Aufschieberitis“ waren bisher: …
Künftig werde ich solche Aufgaben sofort erledigen. Im Moment stehen folgende solcher Aufgaben an …
Mein Terminplan dafür …
Und diese Belohnung gönne ich mir dafür …“

 

B) Magische Worte

Schreiben Sie eine Verpflichtung, die Sie beruflich oder privat erfüllen, in drei verschiedenen Fassungen untereinander, zum Beispiel:

  • Ich muss mich angepasst verhalten.
  • Ich kann mich angepasst verhalten.
  • Ich will mich angepasst verhalten.

Lesen Sie nun nacheinander diese drei Sätze langsam und laut vor. Spüren Sie die unterschiedliche Energie, die in diesen Sätzen steckt? Fühlen Sie, wie Sie sich durch das Wort „ich muss…“ selbst zum Opfer machen? „Ich kann…“ drückt aus, dass Sie über eine Fähigkeit verfügen – die Sie einsetzen können, oder auch nicht.

Ob und wie Sie diese Fähigkeit wirklich einsetzen, hängt vom „ich will…“ ab.

Mit „ich will…“ übernehmen Sie also die Verantwortung für Ihr Verhalten, für Ihre Motivation.

Nun kann sich der Satz 3 („ich will mich angepasst verhalten“) immer noch merkwürdig anfühlen.  Dann fragen Sie sich bitte: „Welchen Nutzen habe ich davon, mich angepasst zu verhalten?“ Und dann sprechen Sie den 3. Satz noch einmal in dieser Fassung: „Ich will mich angepasst verhalten, weil/wenn …“ (z. B. „ich dadurch die Freundlichkeit in meiner Abteilung steigern helfen kann.“) Wie fühlt sich das nun an?

Wenn sich Satz 3 immer noch nicht besser anfühlt, dann sollten Sie langfristig darüber nachdenken, welche Alternative es zu dieser Verpflichtung gibt oder welcher Ausgleich sonst in frage kommt. Hierzu gibt Ihnen der weitere Verlauf unseres Fernseminars sicher viele Impulse.

 

B) Power Walking

Jetzt kommt eine besonders wirksame Übung, die Sie vielleicht etwas Überwindung kostet. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, gehen Sie behutsam mit sich um, üben Sie zunächst im geschützten Rahmen zu Hause. Doch irgendwann sollten Sie das Ganze in der Öffentlichkeit testen … Die Wirkung wird Sie verblüffen.

Sie erinnern sich an die VAK(OG)-Assoziation aus Lehrbrief 1?

In dieser Übung wurde etwas genutzt, was im NLP der „als ob-Rahmen“ genannt wird: Um uns auf ein Ziel zu fokussieren, tun wir mental so, als ob dieses bereits erreicht wäre, und nehmen diese „als ob“-Realität sinnesspezifisch wahr. Daran arbeitet unser Inneres. Doch nun kommt die nächste Erkenntnis:

Jeder innere Zustand hat eine äußere Physiologie … und umgekehrt.

Vielleicht ist Ihnen schon mal aufgefallen: Menschen die motiviert oder fröhlich sind, eine optimistische, zupackende Lebenshaltung haben, zeigen eine andere Körperhaltung als diejenigen, deren Lebensgefühl gerade begrenzt ist, die verzagt oder traurig sind (sie nutzen auch andere Worte, doch über Power Talking reden wir erst später).

Da könnte man meinen, das innere Gefühl mache die Körperhaltung, oder?

Das stimmt auch! Doch das ist nicht alles: Wir behaupten, dass es auch umgekehrt funktioniert: Die Körperhaltung macht das innere Gefühl und unterstützt dieses. Im Guten wie im Schlechten …

Wenn Sie also schlechte Laune haben, so ein richtiger Griesgram sind, sich im Moment für nichts motivieren können, dann ändern Sie bewusst Ihre Haltung.

Damit Sie sich von der Wirkung überzeugen können:

  1. Führen Sie erneut die VAK(OG)-Assoziation durch, wie im 1. Lehrbrief beschrieben.
  2. Wenn Sie alle Sinneseindrücke verbunden haben, nehmen Sie körperlich die Haltung ein, die dieser „als ob-Realität“ entspricht. Richten Sie auch Ihre Gestik und Mimik entsprechend Ihrer VAK(OG)-Assoziation aus. Viele Menschen haben das übrigens bereits „automatisch“ getan. Dann nehmen Sie einfach diese Physiologie wahr.
  3. Gehen Sie in dieser Haltung ein Stück spazieren, durch die Stadt, durch den Park. Ihre Haltung macht sich dabei in Ihrem Gang bemerkbar (Tempo, Entschlossenheit …)
  4. Nehmen Sie wahr, was sich dabei in Ihrer Umwelt verändert. Wie reagieren die Menschen auf Sie? Haben Sie das Gefühl, mehr Raum zu haben? Ist die Art, wie sie die anderen jetzt wahrnehmen, für Sie angenehm oder eher unangenehm?
  5. Nehmen Sie wahr, wie sich Ihre Motivation, dieses „JA – ich will“ auf diese Weise noch weiter verstärkt.

 

VORSCHAU AUF TEIL 3:

Was motiviert Sie, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen? In erster Linie das Geld, das Sie damit verdienen? Oder sind es der Spaß und die innere Befriedigung, die Sie aus Ihrem Beruf ziehen? Das ist eine Unterscheidung, die es in sich hat …

1 Comment

  • Mike Borchert
    on 4. November 2014

    Sehr schöner Blogbeitrag!
    Prägnant und dabei trotzdem sehr ausführlich!

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