Wenn alles in Ihnen „JA“ schreit:
Ferncoaching „Unbändige Motivation“ – Teil 1

am 11. Juli 2014 Ferncoaching mit 3 Kommentaren

Was ist Motivation?

Motivation – das ist die Energie, die entsteht, wenn etwas in Ihnen ruft: „Ich will …“ Ist diese Energie stark genug, dann hält Sie nichts mehr auf. Doch wie stärken Sie diese Energie?

Denken Sie an etwas, bei dem Ihr Innerstes sofort, „JA“ schreit. Etwas, worauf Sie richtig Lust haben. Das darf eine ersehnte Begegnung sein, ein tolles Auto, ein Essen, ein ekstatisches Erlebnis … –  Wenn Ihnen das schwerfällt, dann erinnern Sie sich einfach an eine frühere Situation: „JA, ich will …“

Wie fühlt sich das an? Und was sind bzw. waren Sie bereit, dafür zu tun?

Wahrscheinlich sehr viel. Wie ist es jedoch bei Themen, bei denen sich Ihr Interesse eher in Grenzen hält? Haben Sie es bei sich auch schon bemerkt, dass Sie mit ganz viel Energie ein Ziel erreichen wollten, sich hoch motiviert fühlten – und dann plötzlich die Luft `raus war? Checken Sie mal, was da passiert ist:

  1. War das Ziel zu groß (unerreichbar) oder zu klein (langweilig)?
  2. War Ihnen irgendwann nicht mehr klar, was Ihnen dieses Ziel bringen soll?
  3. Haben andere, derzeit wichtigere Ziele Ihre Energie gebunden?
  4. Entsprach das Ziel gar nicht Ihren Bedürfnissen, sondern denen eines anderen (Ihres Chefs, Ihres Partners, Ihres Kindes …)?

Das sind Faktoren, die Motivation in Ihr Gegenteil – Demotivation – umkehren können. Die Steigerung von Demotivation heißt Aversion. Die entsteht, wenn Ihnen jemand ein Ziel setzt, mit dem Sie nicht einverstanden sind. Oder wenn Sie Lebens- oder Arbeitsbedingungen akzeptieren sollen, die Ihnen gar nicht passen. Dann schreit Ihr Inneres: „Nein, ich will nicht …“

Die Grundmotivation des „Ich will …“ jedoch steckt in jedem Menschen. Sie wirkt wie ein Motor, der uns in Bewegung setzt. Motivation (lateinisch: movere = bewegen) ist die Kraft, aus der Erfolg und Glück gemacht werden. Die Humanwissenschaftler bezeichnen damit einen Zustand des Organismus, der die Richtung des Verhaltens beeinflusst und es auf ein Ziel ausrichtet.

Um motiviert zu sein, braucht man ein Motiv = Beweggrund. Dieser Grund, sich zu etwas hin oder von etwas weg zu bewegen, entsteht nur, wenn ein Bedürfnis da ist, also wenn Sie etwas wirklich wollen. Sonst nicht.

Fassen wir zusammen: Der Mensch hat ein Bedürfnis. Daraus entsteht das Motiv zur Befriedigung dieses Bedürfnisses und daraus entwickelt sich die Motivation zum Handeln. Das Ziel – die Bedürfnisbefriedigung – zeigt die Richtung an, in die sich der Mensch bewegen muss, um im Ergebnis auch wirklich das zu bekommen, was er will.

Dies war der fachliche Teil. Vielleicht möchten Sie das neue Wissen gleich oder später mit einer Übung vertiefen? Dann lesen Sie unser Selbstcoaching.

 

Selbst-Coaching

 „Drin sein“ in der motivierenden Situation

Lesen Sie diese Übung zunächst von Anfang bis Ende, ehe Sie beginnen. Sie ist, zugegeben, für den Anfang sehr komplex. Bleiben Sie daher dran, auch wenn es am Anfang noch nicht hundertprozentig klappt. Üben Sie mehrfach, möglichst jeden Tag. Unterstützen kann Sie dabei:

  • Eine schöne Atmosphäre, z. B. an Ihrem Lieblingsplatz in Ihrer Wohnung, in einem Park, im Wald, am Meer,
  • eine meditative Musik,
  • ein lieber Mensch mit einer ruhigen Stimme, der Ihnen die Anweisungen vorliest.

Lassen Sie uns starten:

Denken Sie noch einmal an etwas, bei dem Ihr Innerstes sofort, „JA“ schreit. Etwas, worauf Sie richtig Lust haben. Nehmen Sie also einen wirklich starken Wunsch (vielleicht sogar einen Lebenstraum?) oder eine wirklich starke Erinnerung. Sagen Sie: „JA – das ist jetzt wahr!“

Eine Metapher für die folgende Übung: Bei allem, was nun folgt, stellen Sie sich bitte vor, Sie sitzen an einem Computer. Die „JA – ich will“-Situation, an die Sie gerade denken, können Sie auf Ihrem Bildschirm als Film speichern. An allen Bildern können Sie Veränderungen vornehmen: Sie können die Farben blasser oder intensiver machen, die Schärfe verändern, dem Bild einen Rahmen geben oder es im Raum schweben lassen und vieles mehr. Genau so können Sie mit dem Ton verfahren. Wie ein Tonmeister können Sie alle Einstellungen verändern: Sie können laut und leise wählen, die Richtung der Töne verändern und auch die Klangintensität. Bei jedem Schritt dieser Übung verfahren Sie so, als ob Sie an Ihrem Computer der Veränderungsmanager sind. Und Sie können hin- und her verändern, das heißt, Sie können jede Veränderung rückgängig machen und so lange experimentieren, bis der Regisseur den Film „abnimmt“, weil er mit Bild und Ton vollständig einverstanden ist.

 

Wenn Sie an die „JA – ich will“-Situaion denken, als ob sie wahr ist, was kommt Ihnen da zuallererst?

Bilder?
Töne?
Gefühle?
Ein Geruch?
Ein Geschmack?

Vielleicht nehmen Sie gerade jetzt eine Mischung aus diesen Sinneseindrücken wahr. Aber wir wissen: Etwas kommt zuallererst. Bei der folgenden Übung beginnen Sie bitte mit dem Sinneseindruck, der zuallererst kommt. Dann machen Sie in beliebiger Reihenfolge weiter:

Bilder

Sehen Sie vor Ihrem inneren Auge alles, was da ist. Schauen Sie genau hin. Was sehen Sie?

Ist das Bild farbig oder schwarz-weiß? Ändern Sie es, und sehen Sie das für Sie schönere Bild. Auch vorhandene Farbe können Sie intensivieren, wenn das Bild dadurch schöner wird.

Wirkt das Bild wie ein Foto oder ist es unbegrenzt? Ändern Sie es, und sehen Sie das für Sie schönere Bild.

Wie weit sind sie von dem Bild entfernt? Weit? Nah? Ändern Sie es, und sehen Sie das für Sie schönere Bild.

Ist da Bewegung im Bild oder steht alles still? Ändern Sie es, und sehen Sie das für Sie schönere Bild.

Und jetzt der wichtigste Teil der Visualisierung:

Sind Sie in dem Bild? Wenn ja, dann sehen Sie Ihren Kopf nicht, sondern nur das, was man sieht, wenn man an sich herunterschaut. Dann sind Sie ein Teil des Bildes und ins Erleben „assoziiert“. Ist das so? Wunderbar.

Oder sehen Sie sich ganz? Auch gut. Nehmen Sie nun eine kleine Veränderung vor: Springen Sie in das Bild hinein, sodass sie ganz drin sind, ein Teil des Bildes. Tun Sie’s – jetzt.

Klappt es? Wenn ja, wunderbar. Wenn nein » für den Moment einfach mit den folgenden Schritten weitermachen und es beim nächsten Mal erneut versuchen. Langsam, liebevoll mit sich selbst bleiben und nichts erzwingen.

Vertiefen Sie Ihren visuellen Eindruck. Genießen Sie ihn für einen Moment.

Töne

Hören Sie mit Ihrem inneren Ohr alles, was da ist. Hören Sie genau hin. Was hören Sie und in welcher Weise?

Wörter? Klänge? Geräusche?

Aus welcher Richtung?

Aus welcher Entfernung?

Anhaltende oder unterbrochene Töne?

Klare oder diffuse Töne?

Stereo oder Mono?

Wie ist es mit der Klangfülle?

Sind die Töne eher laut oder eher leise?

Und nun machen Sie die Arbeit des Tonmeisters. Sie sitzen also vor einem Pult mit vielen Knöpfen. Und indem Sie daran drehen, ändern Sie die Töne so lange, bis

ihr inneres Ohr absolut einverstanden ist …

Vertiefen Sie diesen auditiven Eindruck. Genießen Sie ihn für einen Moment.

Gefühle

Ein Gefühl, wie wir es hier meinen, ist sinnesspezifisch konkret. Kompliziert ausgedrückt, nicht wahr? Also einfacher: „Glücklich“, „traurig“, „lustig“ sind zwar im Sprachgebrauch Bezeichnungen für Gefühle. Genau genommen sind diese Worte jedoch Interpretationen über Gefühle und nicht die Gefühle selbst.

Unsere Arbeit wirkt, wenn sie am echten Gefühl ansetzt, und nicht an seiner Interpretation. Also, wenn „glücklich“ bedeutet, dass Sie „Wärme“,  „ein Glucksen im Bauch“ oder „vibrieren“ fühlen, dann haben wir das sinnesspezifisch konkrete Gefühl, nach welchem wir suchen. In diesem Sinne:

Nehmen Sie bitte wahr, was genau Sie in der Situation fühlen, in der alles in Ihnen „JA – ich will …“ ruft:

Wo genau im Körper fühlen Sie das?

Was genau fühlen Sie da?

Wie intensiv?

Fühlt sich das heiß, warm oder kalt an?

Ist es leicht oder schwer?

Befindet sich das Gefühl an einem Ort oder ist es flexibel, dehnt sich aus, verbreitet sich?

Glatt? Rau?

Hat es eine Form wie rund oder eckig?

Ist es jetzt dauernd da oder unterbrochen?

Ist das Gefühl gut so oder möchten/können Sie etwas verändern? Wenn ja, tun Sie es – jetzt.

Vertiefen Sie diesen kinästhetischen Eindruck. Genießen Sie ihn für einen Moment.

Geschmack/Geruch

Nehmen Sie nun eine tiefe Nase Luft. Ist Ihr „JA – ich will“-Erleben mit einem Geruch verbunden? Wenn ja, nehmen Sie ihn tief in sich auf. Wenn nein » unberücksichtigt lassen.

Was tut sich in Ihrem Mund? Ist Ihr „JA – ich will“-Erleben mit einem Geschmack verbunden? Wenn ja, nehmen Sie ihn tief in sich auf. Wenn nein » unberücksichtigt lassen.

Alles Verbinden

Sie haben nun Bild, Ton, Gefühl, eventuell auch Geruch und Geschmack. Lassen Sie nun alle Sinneseindrücke auf einmal wirken. Verbinden Sie die Eindrücke miteinander.

Beispiel: Nehmen wir an, Ihr Bild sei „Motorrad fahren“. Dann sehen Sie den vorderen Teil des Motorrades, den Lenker mit Ihrer Hand daran, das Vorderrad und die Landschaft, die Sie durchqueren. Sie hören den Motor, den Fahrtwind, andere Fahrzeuge. Sie fühlen den Fahrtwind, Ihre Lederkleidung, den Helm auf Ihrem Kopf, den Lenker in Ihren Händen, den Sitz unter Ihrem Hintern, das Vibrieren und jede Bewegung des Fahrzeugs im ganzen Körper. Sie schmecken Ihr Kaugummi im Mund und riechen vielleicht einen leichten Benzinhauch in der Luft. Und das alles zur gleichen Zeit.

 

Also: Verbinden Sie jetzt alle Sinneseindrücke Ihres persönlichen „JA – ich will“-Erlebens:

Ganz tief.

Noch tiefer.

Und wenn Sie glauben, der Höhepunkt des Erlebens sei erreicht, dann verdoppeln Sie die Intensität.

Und noch einmal verdoppeln.

Geben Sie sich Motivation bis zum Abwinken » Glück bis zum Abwinken.

Das ist, wonach wir suchen. Jetzt und während des ganzen folgenden Seminars.

Was Sie soeben erlebt haben, nennt man im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) einen „VAKOG“.

 

Auswertung / Zusammenfassung

Was Sie soeben erlebt haben, nennt man im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) einen „VAKOG“ oder auch eine „VAK(OG)-Assoziation“, in unserer Durchführung verbunden mit einer kleinen „Submodalitätenarbeit“.

Die Buchstaben VAKOG stehen für die „Modalitäten“

V = Visuell (Sehen)

A = Auditiv (Hören)

K = Kinästhetisch (Fühlen)

O = Olfaktorisch (Riechen)

G = Gustatorisch (Schmecken)

Die Faktoren, die wir bei der jeweiligen Modalität abgefragt haben (farbig – schwarz-weiß, laut – leise, glatt – rau, nahe – entfernt usw.) sind die Untereinheiten, die „Submodalitäten“. Diese bewusst zu machen und gegebenenfalls zu verändern, ist eines der Geheimnisse unserer Trainings, zum Beispiel auch im Bereich der Motivation.

Wir nehmen über unsere fünf Sinne – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken – Situationen, uns selbst, andere Menschen, unsere berufliche und private Situation und das Leben allgemein wahr. Auf unsere Motivation bezogen bedeutet das:

Wenn der Mensch wissen möchte, was ihn wirklich motiviert, dann reichen nicht allein abstrakte Wünsche (z. B. „ich will einen tollen Job“, „einen liebevollen Partner“, „ein tolles Auto“). Damit weiß der Mensch noch nicht, was genau er will – also wie es aussieht, sich anhört, sich anfühlt, wie es schmeckt und riecht, wenn ES wahr ist. Wenn diese Repräsentationen fehlen, fehlen Ihnen die nötigen Informationen, warum Sie sich für etwas einsetzen sollen. „Ein tolles Auto“, das versteht unser Unterbewusstsein nicht. Wenn Sie sehen, hören, spüren, schmecken und riechen können – und das alles wirklich gut ist: Ja, dann sagt das Unterbewusstsein: „Her damit“. Und das ist die stärkste Motivation, die es gibt.

Der Mensch braucht also eine Repräsentation der Qualitäten dessen, was er will. Und die nehmen Sie in einer VAK(OG)-Assoziation unvergesslich wahr.

Das wäre für ein Motivationstraining ja schon stark genug. Und doch ist das nur die halbe Wahrheit, so, wie sie im NLP bereits seit den 70er-Jahren gelehrt wird, als diese Methodik in den USA erfunden wurde.

Was damals noch keiner wusste (oder sich nicht zu sagen traute, man gilt zu leicht als „Spinner“, „Träumer“), haben in den vergangenen Jahren die moderne Gehirnforschung und die Quantenphysik formuliert:

DER MENSCH IST kraft seiner Gedanken SCHÖPFER seiner Realität.

Oder: Jeder Gedanke ist wie eine Bestellung beim Universum … – Erkennen Sie, warum das unseren alten VAKOG zu einer ganz besonders wertvollen Methode macht, um Glück und Erfolg wahr werden zu lassen?

HAUSAUFGABE:

  • Wann immer Sie etwas wirklich möchten, machen Sie sich einen „VAKOG“ so, als sei es schon wahr. Entdecken Sie, wie das Ihre Motivation beeinflusst, sich für das, was Sie wollen, auch wirklich einzusetzen. Und entdecken Sie, wie Sie so immer mehr Ihre Realität Ihren Wünschen entsprechend kreieren.
  • Führen Sie ab sofort ein Erfolgstagebuch. Schreiben Sie Ihre Ziele auf, wie Sie den VAKOG durchgeführt haben, was wirkte, und was nicht, und welche Fragen auftauchten. Es ist Ihr persönliches Buch, dass Sie niemandem zeigen brauchen. Sie werden im Laufe des Ferncoachings sehen, wie es immer mehr an Wert für Sie gewinnt.

VORSCHAU AUF TEIL 2:

Ist Motivation ein Charakterzug? Ein genetischer Code? Weder noch. Ob Sie motiviert oder demotiviert sind, ist das Ergebnis eines Prozesses, den Sie selbst steuern. Fünf Faktoren kennzeichnen diesen Prozess. Diese lernen Sie in Teil 2 Ihres Ferncoachings kennen.

3 Kommentare

  • Thorsten
    am 8. August 2014

    sehr beflügelnde Idee! ich probier das mal aus, mit „ja, will in einem üppig grünen Garten sein“ (den es noch nicht gibt).

    danke

  • Christian
    am 8. August 2014

    Sehr schöne Erläuterung einer VAKOG-Hypnose…

    (Nur die Bestellung beim Universum halte ich wieder für ganz dünnes Eis)

  • Sabine
    am 16. Dezember 2014

    Hallo Christian,
    die „Bestellung beim Universum“, kann die selbst erfüllende Prophezeiung“ sein.
    Viel Erfolg, von Sabine
    NLP-Coach

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