Vom VAKOG zum VAKOG+: Neurotraining &
Bewegung für die somatische Intelligenz

on 20. November 2019 NLP Ausbildung, NLP Practitioner with 0 comments

VAKOG steht im NLP für die Sinne (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch). Die moderne Gehirnforschung fügt das Gleichgewicht als 6. Sinn hinzu. Ihn zu trainieren fördert die somatische Intelligenz, regt neuronale Lernvorgänge an und schafft eine neue Selbstwahrnehmung. Unsere Ausbildungen beinhalten deshalb jetzt tägliches Training dieses Sinnes: VAKOG+.

Den VAKOG+ und den Begriff der somatischen Intelligenz haben wir erstmals in unserem „NLP-Practitioner-Lehrbuch“ (Junfermann-Verlag, 2016) vorgestellt. Dieser Blogbeitrag fasst das entsprechende Kapitel „Der vestibuläre Sinn und der somatische Verstand“ (Seite 91 ff.) zusammen.

Für viele Übungen und Methoden des NLP brauchen wir ein vertieftes Verständnis unserer verschiedenen Sinne. Wir erleben unsere Umgebung, indem wir sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen. Dabei ging NLP mit der Abkürzung VAKOG bislang von der klassischen Einteilung in fünf Sinnesmodalitäten aus:

V = visuell (Sehen),
A = auditiv (Hören),
K = kinästhetisch (Fühlen),
O = olfaktorisch (Riechen),
G = gustatorisch (Schmecken).

Neurowissenschaftler unterscheiden heute sechs Sinne und fügen dem VAKOG den vestibularen Sinn hinzu. Denn er beeinflusst alle Wahrnehmungs- und auch die Bewegungsfunktionen. Dennoch fand er im NLP bislang leider nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn außer Ohrenärzten oder Neurologen hat sich früher kaum ein Wissenschaftler für das Vestibularsystem interessiert.

Neuere Forschungen weisen allerdings darauf hin, dass der vestibulare Sinn bei der Koordination aller Sinnesreize eine große Rolle spielt. Weil Neurobiologen ihm heute die Bedeutung eines eigenen, also sechsten Sinnes geben, gehört er nach unserer Auffassung in die NLP-Ausbildung.

Denn was genau lernen Teilnehmer*innen einer guten NLP-Ausbildung? Sie lernen, wie subjektive menschliche Erfahrung innerlich strukturiert und verändert werden kann. Deine Erfahrungen sind auch körperlich geankert. Denn Körper, Geist und Seele stehen miteinander in ständiger Wechselwirkung: Psychische Zustände drücken sich im Körper aus (Mimik, Gestik, Atmung, Körperhaltung) – und umgekehrt: Körperzustände beeinflussen die Psyche. Deine Körperhaltung, das ist heute Stand der Wissenschaft, hat Auswirkungen auf Deine Kognition (z. B. Urteile, Einstellungen) und auf Deine Emotionen.

Das Gleichgewicht, also das Vestibularorgan, ist mit dem Großhirn verbunden und  damit an der Steuerung motorischer Aktivitäten ebenso beteiligt wie an der Wahrnehmung und Speicherung von Informationen. Es ist für Körperhaltung und Balance zuständig, an bewussten Handlungen wie Sprechen, Denken und Planen beteiligt, dient der Orientierung im Raum, registriert die Bewegungen des Kopfes und damit jede Veränderung der Körperhaltung.

Dem Vestibularorgan wird darüber hinaus eine lustspendende Wirkung zugeschrieben: Kleinkinder werden von der Mutter sanft geschaukelt, damit sie sich beruhigen, Jugendliche hüpfen und tanzen mit fliegenden Haaren in der Disco oder vergnügen sich auf waghalsigen Achterbahnen. Bei Sportarten wie Skifahren, Reiten, Surfen, Segeln und Tennis wird das Gleichgewichtsorgan intensiv beansprucht. Drachenfliegen oder Bungeespringen fallen ebenfalls in diese Kategorie.

Auch das andere Extrem ist bedrückend anschaulich: Menschen, denen es an Bewegung mangelt, etwa durch eine einseitig sitzende Tätigkeit, leiden nicht nur häufiger unter Rückenschmerzen, sondern auch an Gleichgewichtsproblemen. Das ist nicht verwunderlich, denn das Vestibularorgan liegt sehr nahe an der Halswirbelsäule.

Die Funktionen des vestibulären Sinns liefern also die neurobiologische Erklärung dafür, dass Menschen spielerische Bewegung brauchen und diesem Bedürfnis im Alltag mehr Raum gegeben werden sollte. Sonst besteht die Gefahr, dass wir im Wortsinne aus dem Gleichgewicht geraten.

All diese Überlegungen führten dazu, dass wir künftig ein VAKOG+-Neurotraining in unser Ausbildungsprogramm integrieren.

VAKOG+-Neurotraining: Was wir genau machen

  • Was ist das VAKOG+-Neurotraining?

    Beim VAKOG-Neurotraining verknüpfen bzw. verankern wir den jeweils aktuellen Stand deiner NLP-Erfahrung mit körperlichem Übungen. Beispiel: Du beschäftigst dich im Seminar mit deinen eigenen limitierenden Glaubenssätzen, während du im VAKOG+-Neurotraining nachspürst, wie sich diese bei dir körperlich manifestieren. Zugleich schaffen die Übungen neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen und wecken damit das in Dir „schlummernde“ geistige Potenzial.

  • Was sind die Vorteile?

    Der Körper „erinnert“ die gesamte Lebensgeschichte. Eine Verletzung oder ein Sturz können körperliche Narben hinterlassen. Ängste, zurückgehaltene Wut und unterdrückte Tränen hinterlassen emotionale „Narben“ in unserem Körper. Diese Erinnerungen beeinflussen unser Leben. Sie können transformiert werden. Du findest im VAKOG+-Neurotraining mehr Freiheit und Vielfalt in Ausdruck und Bewegung und mehr Vertrautheit mit Deinem Körper. Die Bewegungen helfen Dir, den Kopf zu entlasten, und ermöglichen Veränderungen auf den Ebenen Körper, Geist und Seele.

    Zudem fördern die für die meisten Menschen eher ungewohnten Bewegungsabläufe neuronale Lernvorgänge, binden neue Gehirnzellen ein, steigern die Konzentrations- und die Leistungsfähigkeit und verbessern die Wahrnehmung. Außerdem machen die Übungen großen Spaß; es entstehen positive Emotionen, die im Gehirn für eine vermehrte Ausschüttung von Dopamin sorgen. Dieses sogenannte „Glückshormon“ fördert das Selbstbewusstsein, die synaptische Plastizität und steigert die Motivation.

    Wir wählen die Übungen und Bewegungsabläufe so aus, dass sie einerseits thematisch gut zum jeweiligen Thema des Ausbildungsmoduls passen – und andererseits nach den Seminaren leicht in den Alltag integriert werden können. So wird unser VAKOG+-Neurotraining zum nachhaltigen Resilienz-Training.

    Damit ergänzen wir die Grundsätze und Formate der klassischen NLP-Ausbildung um den Aspekt „somatische Intelligenz“

  • Muss ich dafür durchtrainiert sein? Brauche ich Vorkenntnisse?

    Nein. Alle Übungen sind einfach und für jede*n leicht auszuführen – egal, wie alt du bist, egal, ob du regelmäßig trainierst oder ein Sportmuffel bist.

  • Was wird getan?

    Wir bieten in den unterschiedlichen Ausbildungsstufen unterschiedliche Formate des VAKOG+-Neurotrainings an.

    • Brain-Gym: In unseren Practitioner-Ausbildungen trainieren unsere Teilnehmer*innen Bewegungsabläufe, welche die Fokussierung und Konzentration, die Stressresistenz und die mentale Dynamik fördern. Komik, Improtheater und Gehirnjogging fließen in das Training ein.
    • Ausdruckstanz: Im kommenden Master (ab März 2020) arbeiten wir mit Musik, Tanz und Bewegung. Unsere Teilnehmer*innen werden die uralte, kreative und heilende Kraft des Tanzes erfahren, verbunden mit einfachen Bewegungselementen des Ausdruckstanzes, frei von technischen Vorschriften oder festgelegten tänzerischen Formen. Alltägliche Bewegung und Tanz werden so zur Ausdrucksform für eigene Gefühle, körpersprachliche Kommunikation und Interaktion mit anderen und erweckt Präsenz. Präsenz hilft uns, unser Leben in jedem Augenblick zu meistern und dabei unsere eigenen Grenzen und die anderer achtsam zu wahren. Durch aktive Meditation im Tanz können Körper, Seele und Geist zur Ruhe kommen und eigenes Gleichgewicht neu entdeckt und erkundet werden.
      „Niemand kann mir nehmen, was ich getanzt habe…“ (aus Spanien)
    • Tai Chi: In der nächsten Trainer-Ausbildung (2021) eröffnen wir den Seminartag mit täglichen Tai Chi-Übungen. Dabei werden Atmung, Bewegungen und Geist synchron aufeinander abgestimmt. So wird die Körperwahrnehmung gefördert. Bewusstes atmen und fließende Bewegungsabläufe fördern die innere Harmonie.
  • Wer sind die Trainerinnen?

    Zum Vergrößern das Bild bitte anklicken.

    Im Practitioner 2019 / 20 in Weimar:

    Dörte Riese

    Master of Science in Sportwissenschaften, NLP-Master (DVNLP). Weiterbildungen und Lizensierungen für diverse Trainings im Bereich Rehabilitation & Prävention. Langjährige Tätigkeit in Rehabilitationskliniken.

     

    Im Master 2020 in Weimar und Ammoudia (Griechenland):

    Marlen Maibaum

    Dipl.-Pädagogin, NLP-Trainerin und NLP-Mastercoach (DVNLP). Weiterbildungen im Ausdruckstanz sowie in Integraler Tanztherapie. Fachberaterin und langjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe.

     

    In der Trainerausbildung 2021 in Weimar und Ammoudia (Griechenland):

    Oliver Czech

    NLP-Trainer und NLP Mastercoach (DVNLP). Als Kursleiter für Tai Chi und Qigong zertifiziert durch den Deutschen Tai Chi-Bund – Dachverband für Tai Chi und Qigong e.V. Über 20jährige Praxis in Tai Chi, Qigong und Shotokan-Karate.

     

  • Kostet das extra?

    Nein. Das VAKOG+-Neurotraining ist ein Plus in unseren Ausbildungen, und, soweit wir wissen, in dieser Qualität einzigartig unter allen NLP-Instituten.