„I am every Man“ - Essay eines Teilnehmers

unserer Master-Ausbildung in Ammoudia

on 29. August 2018 NLP Ausbildung, NLP Master with 0 comments

Lagerfeuer am Strand in Ammoudia (Bild): In mancher Nacht beschließen wir hier unser Seminar. Einer unserer Absolventen der Master-Ausbildung 2018 in Ammoudia hat seine Erfahrungen in Form eines Essays, einer sehr persönlichen Beschreibung, zu Papier gebracht. Lesen Sie die Geschichte eines großen Veränderungsprozesses in einem kleinen griechischen Fischerdorf.

Auf einem NLP-Seminar in Weimar und Griechenland lernt Frank Winnert die Welt und sich mit einem neuen Blick zu betrachten.

Ich will ein Riese werden …

… Ein großer, starker Riese. Mit einem Lächeln im Gesicht. Sanft zu meiner Umwelt, irgendwie verbunden mit dem großen Ganzen und gesegnet mit allen Kräften, um meinen Weg zu gehen. Von diesem kleinen, griechischen Küstenort hinaus in die Welt. Und so sitze ich zusammen mit den anderen Teilnehmern der NLP-Masterausbildung auf dem Boden und male mein Bild, von dem, was ich mir von den nächsten zehn Tagen erhoffe.  Meine Masterqualität, die ich gewinnen möchte: „Kraft. Ich bin mir meiner Stärke bewusst und nutze sie für meine Entwicklung.“

Gewachsen und reicher geworden bin ich schon während der Practitioner-Ausbildung in Weimar im letzten und vorletzten Jahr. Wichtigste Erkenntnis: „Die Landkarte ist nicht die Landschaft“. Was so viel bedeutet, wie, dass es keine objektive Wahrheit gibt und jeder die Welt, verzerrt durch persönliche, soziale und kulturelle Filter wahrnimmt. Zweite bedeutende Erkenntnis für mich: „Jeder wählt die beste ihm zur Verfügung stehende Handlungsmöglichkeit“. Es hilft mir im Umgang mit „schwierigen“ Menschen, sie weniger zu ent- und zu bewerten. Und gestattet mir sogar einen liebevollen Blick auf Menschen, die ich vorher ablehnte.

War Buddha ein früher NLP’ler?

Ich habe erfahren, wie viel stärker Lernerfahrungen sein können im Erleben und über das Unbewusste, statt nur über ein Buch. Und ich bin offen geworden für spirituelle Erfahrungen, so dass ich regelmäßig zu den Vorträgen einer Buddhistischen Nonne gehe. Und ich feststelle, Buddha war einer der ersten NLPler. Schon Buddha unterrichtet uns darin, dass der Geist und die Gedanken trainiert werden können und, wir dadurch auch unsere Emotionen verändern.

Mit NLP-Power – man könnte auch sagen, durch eigene Gedanken-Kraft – habe ich das Rauchen aufgegeben. Nebenbei und ungeplant in einer Übung. Claudia, eine andere Seminarteilnehmerin, intensivierte durch die Ansprache aller meiner Sinne ein kraftvolles Erlebnis in meinem Geiste so stark, dass ich diese Erfahrung am selben Abend gegen den Wunsch nach einer Zigarette einsetzte. Funktioniert auch jetzt noch, Monate später.

Mein ehemaliger Kollege Thomas hatte mir das Seminar empfohlen, bei dem „richtig was mit einem passiert“. Thomas beeindruckte mich durch seine aufgeräumte und klare Ausstrahlung. In sich ruhend. Kraftvoll. Das wollte ich auch!

Auf einer Infoveranstaltung lernte ich Petra und Ralf Dannemeyer und ihre Sicht von NLP kennen. Die beiden strahlten für mich ab der ersten Begegnung stärker als der sperrige Begriff „Neurolinguistisches Programmieren“. Der Begriff klingt für mich zu technisch, nach einem einfachen Trick und nach Manipulation. Petra und Ralf wirken weise, fast mütter- und väterlich. Mit einem fundierten Hintergrund: Ralf war jahrelang erfolgreich im Journalismus tätig. Und Petra ist promovierte Pädagogin. Die beiden sagen: „Wir wollen zeigen, wie viel Liebe und Herz dem NLP innewohnen kann. Und eine ganzheitliche Sichtweise verwirklichen, die Körper, Geist und Seele berücksichtigt.“

Als es dann im Job bei mir nicht mehr richtig gut lief, fehlte die Richtung in meinem Leben. Mit Ende 40 hatte ich ein Gefühl für die Endlichkeit des Lebens und wollte zum Schluss nicht sagen müssen, ein falsches Leben gelebt zu haben. Ich war auf der Suche und erinnerte mich an Petra und Ralf. Was hatte ich zu verlieren? Nicht mehr als die Kursgebühr, die einer netten Fernreise entspricht.

Und nun Griechenland, der zweite Teil meiner NLP-Ausbildung. Ein wenig Schiss habe ich. Ich weiß, es wird ans Eingemachte gehen.  „Wir werden den Schatten auf unserer Seele nachspüren“, hat Petra im Vorfeld erklärt. Deshalb hat der NLP-Master dieses 10-tägige Modul am Stück. Wenn das Erleben allzu intensiv wird, soll keiner alleine sein.

Erster Tag. Ich genieße die frühe Morgensonne auf meinem Körper und spaziere über die staubigen Straßen des kleinen Örtchens zum Strand. Ich merke, wie Angst in mir aufsteigt. Vor dem Unbekannten. Und meine Hausaufgaben habe ich auch noch nicht erledigt: Meinen Freund Kai anrufen und ihn befragen, wie er es schafft, in Gruppen immer so entspannt zu sein. Recherchearbeit um Kai später zu „modellieren“. Eine NLP-Technik, bei der man sich Vorbilder anschaut und diese in Bezug auf erwünschte Verhaltensweisen kopiert. „Oder ist es doch alles Hokuspokus?“, ist mein letzter Gedanke, als ich mich ins Wasser stürze und die gleichmäßigen Kraulbewegungen alle Grübeleien auflösen. Die Welt jenseits der Bucht des kleinen Örtchens ist mir egal in den nächsten zehn Tagen. Ich will im Hier und Jetzt sein. Mit sportlichem Rahmenprogramm.

Modelling

Frank spricht hier von der NLP-Methode „Modelling“. Modellieren ist der Prozess des Ab- und Nachbildens menschlicher Leistungen. Geforscht wird dabei auf den Ebenen

  • Neuro: Wie das Modell seine Gehirnaktivität lenkt, um die Leistung zu ermöglichen.
  • Linguistik: Welche Sprachmuster sowie nonverbale und innere Kommunikation es dabei nutzt.
  • Programmieren: Welche Strategien und Programme das Modell nutzt, und welche der Modellierer daraus ableiten kann, um zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen.

Dabei werden das Denken und Handeln der Person, die modelliert werden soll (= das Modell), identifiziert, in hinreichend kleine Details aufgeteilt, beschrieben und auf die eigene Situation bzw. das eigene Umfeld angepasst. Modelling kann für ganz private Erfolgsstrategien ebenso genutzt werden wie in der Kunst, im Spitzensport oder für die „Kopie“ von Management- oder Produktionsmethoden erfolgreicher Unternehmen (Benchmarking).