„I am every Man“ - Essay eines Teilnehmers

Seite 4: Der Reimprint und die Macht der Liebe

on 29. August 2018 NLP Ausbildung, NLP Master with 0 comments

Der Reimprint und die Macht der Liebe

Vierter Tag. Ich habe mit Paul, dem rüden Anwalt, Ouzo getrunken. Er erzählt mir, wie getrieben er ist von seinem Wunsch alles zu kontrollieren. Paul musste schon als Kind seine Geschwister mit erziehen, immer perfekt funktionieren. Er möchte weicher werden. Wir prosten uns zu. Vielleicht können wir von einander etwas lernen?

Fünfter Tag. Ist es der Schlüsseltag? Der Dreh-und Angelpunkt, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war? Heute bekommt jeder Teilnehmer in einer persönlichen, einstündigen Sitzung seinen „Reimprint“. Ich habe nichts dazu gelesen, ich will ganz unbedarft in das Erlebnis gehen. Ich sitze nervös vor Ralfs Zimmer und warte hereingerufen zu werden. „Ralf ist mein Guru“, habe ich halb im Scherz am Abend zuvor zu einer Seminarteilnehmerin gesagt. Aber ohne versteckte Kosten. Ohne Gehirnwäsche. Ich habe volles Vertrauen. Nach dem Reimprint gehe ich alleine an ein einsames Stück Küste, und spüre dem Erlebnis in aller Stille nach. Ich bin zusammen mit Ralf in meine früheste Vergangenheit gereist und angefüllt mit Liebe und Frieden zurückgekehrt. Mit einem neuen, liebevolleren Blick auf meinen Vater. Den Rest möchte ich auch hier nicht mit Worten erklären. Ich weiß jetzt sehr genau, was Petra mit ihren Worten meinte: „NLP. Das ist die Macht der Liebe“.

Der Reimprint

Der Reimprint (deutsch etwa Neuprägung, Wiederprägung) ist ein Interventionsformat des fortgeschrittenen NLP. Damit werden belastende prägende und in früher Kindheit entstandene Erlebnisse transformiert. Ziel ist, abwertende Glaubenssätze über sich selbst und über die am Prägungsvorgang beteiligten wichtigen Personen in Liebe, Respekt und Verständnis verwandeln. Denn unsere Fähigkeit, uns selbst oder die Einflüsse unseres Milieus zu bewerten impliziert die Möglichkeit, eine Fehlbewertung vorzunehmen: Dann lernen wir etwas Falsches und ziehen daraus dysfunktionale Schlüsse.

Betrachten wir ein Geschehen aus der Kindheit mit unserem erwachsenen Ich, so kommen wir vielleicht zu anderen Ergebnissen. Genau das geschieht im Reimprint: Das prägende Geschehen wird neu angeschaut, die damalige Interpretation korrigiert. Die im Prägungsverlauf geschehene Verknüpfung zwischen einem Erleben und dem damit verbundenen Schmerz oder der Trauer wird gewissermaßen aufgehoben oder, wenn wir das Bild eines Knotens verwenden: Er wird im Reimprint entwirrt. Und dann ist der Weg frei für eine Neubewertung.